Functional Fascial Release

Was ist Functional Fascial Release?

[Ausrichten in der Schwerkraft]

Functional Fascial Release ist eine Methode, um verkürzte oder verklebte Faszien (Bindegewebe) zu befreien. Die Behandlung hat zum Ziel, den Körper geschmeidiger bewegen zu lassen und die Aufrechterhaltung einer guten Haltung leichter zu machen. Functional Fascial Release ist eine Zusammenarbeit zwischen dem Kunden / der Kundin und dem Therapeuten. Der Therapeut nimmt mit seinen Händen Kontakt mit dem zu mobilisieren Gewebe auf und bittet dann den Kunden / der Kundin, auf bestimmte Weise zu bewegen. Während der Bewegung des Kunden / der Kundin dehnt oder verschiebt der Therapeut das Gewebe oder löst die Verklebung des anliegenden Gewebes. Gelegentlich ist die Bewegung passiv, das heißt, dass der Therapeut einen Körperteil des Kunden / der Kundin bewegt. Im Vergleich zu Kalevala-Knochensetzen ist die Behandlung kräftiger und intensiver. Manchmal kann die Behandlung schmerzen, aber nur vorübergehend und der Schmerz soll erträglich bleiben. Es ist sehr wichtig, dass der Körper nicht die Bewegungen oder Berührung während der Behandlung fürchtet. Sagen Sie darum immer dem Therapeuten, wenn die Behandlung zu kräftig ist oder schmerzt.

Die drei Sitzungen

[Behandlung der Raphe lateralis]

Functional Fascial Release ist eine verkürzte und vereinfachte Version der Strukturellen Integration, die auch als Rolfing bekannt ist. Strukturelle Integration besteht aus zehn oder zwölf Sitzungen, aber Functional Fascial Release aus drei. Jede Sitzung dauert anderthalb Stunden. Die Behandlungen konzentrieren sich auf die folgenden Themen:

  • In der Eersten Sitzung: Das Ausrichten der Füße, der Beine und des Beckens.
  • In der zweiten Sitzung: Das Befreien der Atmung und das Ausrichten des Brustkorbs und des Schultergürtels.
  • In der dritten Sitzung: Das Ausrichten der Wirbelsäule, einschließlich des Nackens.

In der Praxis überschneiden die Themen der Sitzungen sich. In der ersten und zweiten Sitzung bekommen der Rücken und Nacken schon eine kurze Behandlung und in der zweiten und dritten Sitzung kann der Therapeut auf in früheren Sitzungen ans Licht gekommene Probleme zurückkommen.

Die Zeit zwischen zwei Sitzungen beträgt vorzugsweise zwischen zwei Tagen und zwei Wochen. Jede Sitzung baut auf die Ergebnisse der vorhergehenden. Der Körper braucht zwei bis drei Tage, um sich an die in der Sitzung vollzogene Veränderungen anzupassen. Nach zwei Wochen ist es möglich, dass die in der vorherigen Sitzung erzielte extra Bewegungsfreiheit schon teilweise verloren gegangen ist.

Es ist natürlich möglich eine gesonderte FFR Sitzung auszuprobieren, aber Sie können bessere und nachhaltigere Ergebnisse erwarten, wenn Sie an der vollständigen Serie teilnehmen.

Nach der Behandlung

Steigen Sie nach der Behandlung nicht gleich ins Auto, sondern gehen Sie zuerst entspannen ein Stück zu Fuß. Auch vor der Behandlung ist es gut, eine Strecke zu Fuß zu gehen. Das Gehen gibt Ihnen die Möglichkeit, Ihnen der in der Sitzung bewirkten Veränderungen bewusst zu werden und ihre Wirkung auf Ihre Haltung und Leichtigkeit des Bewegens zu fühlen. Dies fördert auch die Nachhaltigkeit der Veränderungen. Hören Sie auf Ihren Körper während der Tage nach der Behandlung. Ihr Körper weiß, wann er Ruhe oder Bewegung braucht und welche Art von Bewegung.

Nach der dritten Sitzung braucht der Körper vier bis sechs Wochen, um alle in den Sitzungen bewirkte Veränderungen in sich aufzunehmen oder – in der Fachsprache – zu integreren. Während dieser Zeit hat es keinen Sinn, eine neue Serie von drei Sitzungen anzufangen, aber Teilbehandlungen sind dann gewiss möglich.

Hintergrund

Functional Fascial Release ist auf die von Thomas Myers beschriebene Funktionsketten oder myofasziale Leitbahnen und die Techniken der Fascial Release for Structural Balance Workshops gegründet. Nach den Workshops für die Techniken für die einzelnen Körperareale gibt es ein Zertifikatskurs, worin man lernt diese Techniken in einer Reihe von drei Sitzungen zu kombinieren, um den ganzen Körper auszurichten und unnötige Spannungen im körperweiten Fasziennetz zu lösen. Ich habe diesen Zertifikatskurs – den ersten in Finnland, im August 2016 abgeschlossen. Im Prinzip könnte ich mich jetzt weiter ausbilden als “Structural Integrator” oder Rolfer, aber das würde übermäßig viel Geld und Zeit kosten. Vorläufig bin ich zufrieden mit dem Weiterentwickeln meiner Fertigkeiten in Functional Fascial Release. Da ich noch nicht so viel Routine in Functional Fascial Release als in Massage und Kalevala-Knochensetzen habe, berechne ich vorläufig einen ermäßigten Preis für die vollständige Reihe von drei Sitzungen.